Über mich: Thomas Lotze


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Ausbildung

Geboren im März 1976 in Suhl im Thüringer Wald, bin ich dort aufgewachsen und die ersten acht Jahre zur Schule gegangen. Danach wechselte ich an die Goetheschule Ilmenau und besuchte dort eine der Spezialklassen mathematisch-naturwissenschaftlicher Richtung, die in der DDR entstanden sind und glücklicherweise bis heute überlebt haben. Während jener Zeit habe ich mich sehr viel mit Mathematik beschäftigt und stand zweimal kurz vor der Teilnahme an der Internationalen Mathematikolympiade. 1994 erhielt ich an der Goetheschule das Abitur.

Nach der Schule wollte ich etwas Neues ausprobieren und begann, an der Bauhaus-Universität Weimar Architektur zu studieren. Bereits nach einem Semester stellte ich jedoch fest, daß meine Vorstellungen vom Beruf des Architekten nicht der Wirklichkeit entsprachen, und gab dieses Studium auf.

Zum Sommersemester 1995 schrieb ich mich an der Friedrich-Schiller-Universität Jena für den Diplomstudiengang Physik ein. Da Physikstudenten in Jena damals hauptsächlich im Winter anfingen, gab es für sie das bessere Vorlesungsangebot, das ich natürlich nutzen wollte und daher das Grundstudium in drei statt vier Semester drängte. Schon während dieser Zeit, vor allem aber im Hauptstudium, besuchte ich hauptsächlich Vorlesungen über theoretische Physik und Mathematik. Für den abschließenden Versuch des physikalischen Praktikums suchte ich mir ein Thema aus der Astronomie: Spektralklassifikation von Sternen. Auch das Diplomthema war dann ein theoretisches, »Zweidimensionale Modelle der Strahlung Schwarzer Löcher«. Ich begann meine Diplomarbeit im Wintersemester 1998/99 am Theoretisch-Physikalischen Institut der Universität Jena in der Arbeitsgruppe Quantenfeldtheorie, beendete sie im Winter 1999/2000 und erhielt Anfang 2000 das Diplom.

Da ich an der Universität bleiben wollte, begann ich nun die Arbeit an einer Dissertation. Ich wechselte in die Arbeitsgruppe Gravitationstheorie und wählte mir ein Thema aus der klassischen Allgemeinen Relativitätstheorie: die C-Metrik. Während der Arbeit an diesem Thema machte ich auch die ersten Erfahrungen, wie die Welt aus der Perspektive eines Seminarleiters aussieht und stellte fest, daß ich mich damit durchaus anfreunden konnte. Nach zwei Jahren wechselte ich jedoch ans Institut für Informatik und begann eine Dissertation zu einem Thema aus der Musteranalyse.

Softwareentwicklung

Im Frühjahr 2004 erhielt ich schließlich die Möglichkeit, bei der gocept gmbh & co. kg als Softwareentwickler anzufangen. Die Grundlage der Arbeit bei gocept bilden die Programmiersprache Python, der Applikationsserver Zope sowie das gesamte Ökosystem von Softwareprojekten im Umfeld von Zope. Ebenso wie diese Systeme sind ein guter Teil der Produkte von gocept Freie Software. Von 2005 bis 2009 veröffentlichten wir das Plone-Benutzerhandbuch, eine Dokumentation für Anwender des auf Grundlage von Zope implementierten Content-Management-Systems Plone.

Neben der Zusammenarbeit mit großartigen Kollegen und guten Freunden ist mir bei gocept die Arbeit im Open-Source-Umfeld besonders wichtig; bei Zope und vielen verwandten Projekten zählen die meisten von uns zu den Kernentwicklern.

Computer zu programmieren fasziniert mich jedoch nicht erst, seit ich bei gocept arbeite, sondern bereits von dem Moment an, als ich zum ersten Mal an einem solchen Gerät saß. Das muß 1987 gewesen sein, der Rechner war ein K8915, ein regelrechtes Eisenschwein aus DDR-Produktion, und die Programmiersprache natürlich ein BASIC-Dialekt. Weiter ging es mit C64, BIC (Bildungscomputer, ebenfalls eine DDR-Eigenheit) und PCs, seit 1992 recht intensiv mit dem Textsatzsystem LaTeX und Programmiersprachen wie Turbo Pascal, später dann C, Perl, PHP und schließlich – mit meinem Start bei gocept – Python. Als Betriebssystem benutze ich Linux, seit ich 1999 an der Universität Unix-artige Systeme in der täglichen Arbeit kennenlernte.

Mittlerweile habe ich eine ganze Reihe eigener kleiner Softwareprojekte veröffentlicht, die technisch durchaus verwandt sind mit denen, die ich bei gocept in der Hand habe, inhaltlich aber zumeist dazu dienen, bestimmte Dinge aus meinem Alltag zu vereinfachen, beispielsweise die Erstellung dieser Website. Bei LaTeX habe ich 2003 die Pflege der Projekt-Website übernommen und bin Mitglied im Entwicklerteam.

Andere Interessen

Zwei meiner Freizeitbeschäftigungen finden sich auf dieser Website recht ausführlich wieder: Programmieren und Fotografieren. Bei der Fotografie liegen meine Schwerpunkte bei Themen wie Natur, Landschaft und Architektur, andererseits aber auch Konzertfotografie.

Über viele Dinge, die mich interessieren, schreibe ich allerdings nichts im Netz. Eine Sache, für die mir Zeit zu nehmen ich gerade wieder lerne, ist das Bücherlesen, wobei ich versuche, einerseits die »wichtigsten« Werke der Weltliteratur aufzuholen und andererseits mit dem steten Anwachsen meiner Büchersammlung mitzuhalten. Neben der Insel-Bücherei haben es mir dabei vor allem alte Bücher und typografisch wertvolle Ausgaben angetan. Überhaupt habe ich durch den langen Kontakt mit LaTeX sowie Projekten und Menschen in seinem Umfeld eine starke Begeisterung für Typografie und Schriftkunst entwickelt.

Ansonsten verbringe ich meine Freizeit – außer natürlich mit Freunden und Familie – mit Dingen wie Wandern, Go-Spielen, Konzertbesuchen (wobei mein Musikgeschmack sich zum großen Teil im Genre des Metal bewegt, allerdings auch gern mal etwas Klassik zuläßt), Motorradfahren, dem Erlernen der schwedischen Sprache und gelegentlich einem Rollenspiel-Abend in der Fantasy-Welt des »Schwarzen Auges«.